Shiori Ningyou

Für diese einfache Shiori-Ningyou wird folgendes benötigt

1: 2,2cm Pappe
2: 0,5 x 5cm Pappe
3: 8 x 5cm Haarkrepp (Die Langseite parallel zur Fältelung)
4: 2 x 4cm weiß
5: 2 x 5cm farblich auf das gemusterte Kimono-Papier abgestimmt, eventuell leicht gemustert
6: 1 x 2cm (Kimonofutter) farblich auf das gemusterte Kimono-Papier abgestimmt,
7: 5 x 13cm Kreppwashi lässt sich am schönsten zu Obischleifen binden
8: 8 x 4cm (Kimonofutter)
9: 10 x 8cm gemustertes Papier
10: 12 x 8cm gemustertes Papier
11: 12 x 9cm (Kimonofutter)

Die Papiere 4 und 5 längs falten und verkleben, dann etwa mittig um den “Hals” falten und kleben.
Papier 10 um 1 cm nach innen falten und verkleben, dann um die Hälfte wieder nach außen falten. Das ist der äußerste Kragen.
Papier 11 wie gezeigt markieren, einschneiden und falten.

10 und 11 miteinander verkleben. Die Innenseite 4cm über der unteren Kante markieren, sowie 1,5 cm darüber. Beides so falten, dass von außen die Ohashori-Falte entsteht.
Die Mitte finden und den Halssteg so einkleben, dass die verschiedenen Kragen gleichweit herausschauen.

Der Streifen für den Obi wird wie folgt geteilt: das Quadrat misst 5 x 5 cm, der verbleibende Tei lwird längs mittig geteilt, einer der entstehenden Teile um einen cm gekürzt. Dieser cm bildet nachher den Schleifenknoten.
Das Quadrat zur Mitte hinten falten.
Den kürzeren Streifen wie gezeigt falten und die Kanten auf den längeren Streifen kleben. den besagten cm 2mal längs falten und verkleben, das stabilisiert und beugt Reißen des Papiers vor. Den Streifen hinten am längeren Teil mitig verkleben. Bevor es weitergeht, muss der Kleber getrocknet sein.
Ist dies geschehen, wird das Papier zusammengeschoben um eine schöne Schleife zu erhalten, den Streifen darum gewickelt und wieder verklebt.

Die Seiten wie gezeigt einschneiden, die Schultern falten. Dabei besser höher /steiler arbeiten als ich, dann wird die Dame etwas schlanker (=^_^=). Den Schleifenteil des Obi hinten ankleben, dann den vorderen Teil so verkleben, dass die Nahtstelle unter der Schleife versteckt wird.
Sollte der Kimono vorne aufstehen, mit einem Zahnstocher Pritt in die Falte schieren und mit einem Clip oder einer Wäscheklammer zuhalten.

Jetzt geht es um Papier 8 und 9. Aus 8 werden die Ärmel, aus 9 die Teile, des Juban, die hervorschauen.

Die Juban-Teile längs falten und verkleben. Dann in der Mitte falten, einen kleinen Keil wegschneiden und wie gezeigt einkleben. Dann die Ärmel verkleben und die Kanten abrunden.

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Die Ärmel hinten am Rücken verkleben. Das ist der Zeitpunkt, sich um die Armstellung Gedanken zu machen.

Für die Haare wird der Haarkrepp erst quer halbiert, dann einer der Teile längs halbiert.
Dann wie gezeigt falten und kleben. An diesem Punkt kann man durch seitliche Verschiebung des Krepps auch Kopfdrehungen darstellen.
Den Kopf auf dem Halssteg verkleben (hier kann wieder mit der Kopfstellung gespielt werden).

Diese Sorte Ningyou kann man sehr schön für die Gestaltung von individuellen Karten (Platzkarten oder Einladungen zum Beispiel) einsetzen.

Ningyou-Piekser für Wagashi oder fürs Bento

Diese Anleitung widme ich Amatou von Wagashi-Net und Token von bento-lunch-blog.

Meine Chefin hat Geburtstag, und da ich die beste Chefin der Welt hab, hab ich mir den Kopf zerbrochen, was ich ihr schenke. Sie liebt schwarzen Tee (leider keinen grünen), also hab ich drei Sorten besorgt, die ihrer bevorzugten Hausmarke geschmacklich nahe kommen, allerdings von viel höherer Qualität sind (also wirklich, OSTFRIESENTEE!!! da kommen alle Reste rein…). dazu drei kleine Teedosen, mit Washi-Papier bezogen. ich habe vor, außerdem Ishi-Goromo zu machen (ich hoffe, das wird nicht wieder so ne Vollpleite wie der Backtag vor meinem Geburtstag…), und dazu die hier gezeigten Piekser beizulegen.

Benötigt werden:
– Bastelkleber
– Prittstift
– Wattekugeln
– Chiyogami-Washi (Origami-Papier)
– Zahnstocher aus dem Asiashop (einseitig und an der nicht-spitzen Seite gekerbt)
– einfarbiges buntes Papier
– Haarkrepp
– Schere
– Lineal
– einen runden Stift

Die Wattekugel kann sowohl geklebt, als auch einfach gesteckt werden. Bei zuweiten Löchern können diese dafür mit watte gepolstert werden. Bei so aufwändigen Pieksern wie diesen macht das ja auch Sinn, so kann der benutzte Pinn einfach ausgetauscht werden.

1: 8cm x 3,8cm
2: 6cm x 4,8cm
3: 4,8cm x 3,8cm
4: 0,8cm x 3,8cm
5: 0,8cm x 3,8cm
6: 1,5cm x 3,5cm
7: 1,5cm x 5cm

Zunächst wird Uni-Papier 3 unten auf die Rückseite von Musterpapier 1 geklebt. Eventuelle Überstände zurückschneiden.
Dann die obere Kante etwa einen cm nach innen knicken und mit Pritt fixieren. Die Hälfte zurück nach außen knicken. Das wird der äußere Kragen

Uni-Papier 4 längs in der Mitte knicken und verkleben, dann so auf den Kragen kleben, dass es übersteht. Das wird der Kragen des Juban.
mit einem Pinnchen in der Mitte die Schultern wie gezeigt falten, dann die Seitenfalten. Zuoberst soll die Linke Seite des Kimono liegen. Die unteren Säume zurückfalten.
Nun das Papier 6 als Obi so um den Kimono falten und verkleben, das offene Stellen überdeckt werden. Aus Papier 7 wird – ganz nach persönlichem Geschmack – die Obischleife /Knoten geformt und aufgeklebt. Hierfür am Besten den Flüssigkleber nehmen, Pritt reicht bei manchen Teilen nicht.
Anschließend Papier 5 längs falten und verkleben. in der Mitte durchschneiden. Das werden die Juban-Ärmel.
Papier 2 wird kurze Seite auf kurze Seite gefaltet und mit Pritt eingestrichen. Die Ärmelteile in der Mitte knicken und schräg einkleben, dann das gesamte Papier verkleben.
In der Mitte wie gezeigt längs falten und die untere Außenkante mit der Schere abrunden. Dann in der Mitte einen Teil so ausschneiden, dass die inneren Ärmelkanten nicht hinter dem Rücken verschwinden. Mit einem Punkt aus Flüssigkleber fixieren.

Das schwierigste kommt erst jetzt: die Frisur. Bei vielen Washi-Ningyou sind die Frisuren hochkompliziert und reich mit Schmuck (kanzashi) verziert. Bei den Pieksern ist das in der Form weder erforderlich noch sinnvoll, denn eine zu aufwändige Frisur wäre sehr schnell durch den Gebrauch des Pieksers zerstört.

Für diese simple Frisur (die mir dennoch nicht so gut gelingt wie ichs gerne hätte), benötigt man zwei Teile aus Haarkrepp, einen Streifen 4,5cm x 2,5cm, und ein Quadrat 4,5cm x 4,5cm. Das Quadrat umden Stift wickeln und verkleben, ist der Kleber getrocknet wird die Papierröhre seitlich zusammengeschoben.
Den Streifen wie gezeigt doppelt legen und auf die Wattekugel kleben (Pritt). Dann die Röhre mit Pritt darüber fixieren. Ein wenig in Form zubbeln und eventuell zurückschneiden.

Washi Ningyou – Anleitung (Frau)

Der Grundschnitt für die weibliche Washi Ningyou ist sehr simpel.

Grundschnitt Frau

Soll es ein Mann im langen Kimono werden, braucht man lediglich die runden Ärmelkanten zu begradigen.

Material:

Butterbrotpapier
Krepp-Washi (z.B bei Miyabi.de erhältlich, oder auch beim Viereck-Verlag)
Wattekugeln 2 cm Durchmesser
Schere,
Prittstift (ja, Uhu geht auch^^)
Basteldraht
Saitenschneider und / oder Zange
(TG-Schlauchverband ist hilfreich, aber es geht auch ohne)
Watte

Der Schnitt wird auf das Butterbrotpapier übertragen. Ich habe mir den Grundschnitt einlaminiert, so kommt nichts dran. Das Butterbrotpapier ist dünn genug zum durchpausen. Die Linien müssen dabei nicht mit dem Lineal nachgezogen werden, das wird später beim schneiden von selbst begradigt.


Die Teile ausschneiden und die Rückseite mit dem Klebestift “behandeln”, dann auf das ausgesuchte Washi aufkleben.
Diese Extraschicht gibt sowohl mehr Stabilität (wie Vlieseline hinter Stoff), als auch einen besseren Klebegrund.

Generell werden sowohl ein Obi, als auch die Ärmel des Unterkimonos benötigt. Einen Schulterriemen braucht die Figur nur, wenn sie “arbeitet”

die geraden Linien werden eingeschnitten, an der Innenlinie wird das Papier zurückgefaltet

Die Innenärmel mit Prittstift so in die Ärmelöffnungen kleben, dass sie schräg liegen, am Besten geht das, wenn man vorher die Ärmelnähte schliesst (ohne verkleben).

Sind die Innenärmel getrocknet, kann der Draht eingesetzt werden. Am Besten biegt man eine Seite um und schaut dann, wie weit die Hände aus dem Ärmel ragen sollen, schneidet dann so, dass noch Draht zum Umbiegen für die 2.Hand bleibt. Beide Enden werden mit weißem Papier (Butterbrotpapier mit Pritt reicht dazu aus) umwickelt. Dann diesen Draht im Kimono mit zwei Streifen Papier an den Schultern fixieren (Sorry, vergessen Photo zu machen).

Jetzt können die Ärmel verklebt werden.

Der Oberkörper des Kimono ist an den Seiten offen. Um ihn zu schließen, klebe ich Streifen Butterbrotpapier innen ein, mit denen die Seiten von innen geschlossen werden (ich weiß nicht, ob das so traditionell gemacht wird, ich finde es praktisch)

Jetzt kann der Rockteil des Kimono angepasst werden: zusammenrollen, in das Oberteil einführen und solange auseinanderdrücken, bis die Weite stimmt. So festhalten und wieder rausziehen. Leicht öffnen und mit Pritt fixieren (nicht direkt an der Kante sondern etwas weiter innen, trocknen lassen. Mit Watte ausstopfen.

Die obere Kante mit Kleber einschmieren und in die Öffnung des Kimono einführen. Das Obiband einmal um den Bauch wickeln, den Überstand abschneiden. Dann das Band in der Mitte falten und verkleben und so um den Bauch kleben, dass die charakteristische Falte (Ohashori) unterhalb zu sehen ist. Den Überstand dreimal falten, verkleben und  hinten auf die Naht setzen.

Ob mit oder ohne Schulterband: jetzt ist erst mal der Kopf dran. Ein Stück Draht mit Papier solange umwickeln, dass man den Draht mühelos im Loch der Wattekugel fixieren kann (die Löcher sind immer recht weit). Ein Loch für den Draht in den Kimono bohren und den Draht bei Bedarf zurechtkürzen. Das Ende mit Kleber versehen und einführen.

Für den Schulterriemen (tasuki, danke Haruko) faltet man das Band zunächst in der Mitte und verklebt das Papier.

Man fängt  in der Mitte des linken Ärmels an, führt das Band hinter dem Nacken entlang unter dem rechten Ärmel nach vorne,

wieder hinter den Nacken nach unten, am linken Ärmel zum Startpunkt zurück. Verkleben und trocknen lassen.

Auf die Klebenaht ein Schleifchen setzen

Für das Koptuch hab ich normales Origamipapier verwendet.

Dieses dem Kopfumfang entsprechend zurecht schneiden. Haarkrepp (schwarz üblicherweise, hier für eine alte Dame grau) einkleben,

um den Kopf kleben und den hinteren Teil des Tuches eventuell (wenn er hochstehen sollte wie hier oder zu locker ist) am Hinterkopf festkleben.

Sollte der Kopf zu sehr wackeln, diesen ebenfalls mit einem Tropfen Klebstoff am Kimono fixieren

Fertig ist die Ningyou

Tipp: statt Krepp-Washi geht auch Maulbeerpapier, dies ist allerdings stärker strukturiert. Außerdem gibt es hier nicht die typischen Drucke.

Tipp 2: Wer eine so detailreiche Ningyou wie Kim-oh-no arbeiten möchte, findet auf ihrem Blog Kimono und co schöne Anregungen, wie ein Kimono “in echt” auszusehen hat

Bilder von Euch:

Kim-oh-nos erste (ernsthaft?) Anesama Ningyou

Man beachte die zahlreichen Details!!! Frisur, Obijime, juban, und der Obi- Knoten erst!

Chloé Patricia machte mich darauf aufmerksam, dass meine Anleitung nicht für eine Anesama ist, sondern für eine normale Washi Ningyou. Kim-oh-nos Puppe dagegen ist tatsächlich eine Anesama (erwachsene Puppe im Hochzeits- oder Alltagskimono mit Hochfrisur)

Anesama Ningyo

Anesama Ningyo bedeutet “Puppe der älteren Schwester”. Im japanischen Feudalsystem verblieben die Menschen in jener sozialen Klasse, in die sie hineingeboren wurden. Für junge Mädchen der unteren Klassen waren diese Puppen ein Weg, zu einer der anderen Klassen zu gehören, selbst wenn es nur im Spiel war. Zumeist wurden diese Ansama Ningyou von älteren Schwestern oder anderen weiblichen Familienangehörigen gefertigt, und ursprünglich wurde nicht Papier, sondern Holz und Stoffreste dafür verwendet.

Ein anderer Begriff, Shiori Ningyou (also Lesezeichenpuppe) bezieht sich bereits auf das später hauptsächlich verwendete Material, Papier.
Während Anesama Ningyou dreidimensional sind, sind Shiori Ningyou flach. Anesama Ningyou haben oft aufwändige Frisuren und Kostüme aus hochwertigen Krepp-Washi
Gesichter werden dabei im Regelfall keine gemalt.

Ein Hybrid zwischen Anesama und Shiori Ningyou mit dem Namen Shikishi Ningyou ist in den vergangenen Jahren besonders populär geworden.

Ein Shikishi ist ein fester Hintergrund, auf dem Kalligraphien und Chigiri-E (Bilder aus gerissenem Papier, entfernt ähnlich der Serviettentechnik) aufgezogen werden, oder wie in unserem Fall: Papierpuppen. Diese sind zwar flach gearbeitet, werden aber oft mit einer Wattierung unterfüttert, was dem Ganzen dann wieder etwas Plastizität verleiht
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Grundanleitung Frau

Ningyou-Piekser für Wagashi oder fürs Bento

Shiori Ningyou