Färben mit Pflanzen in der eigenen Küche

ist gar nicht soo schwer.
Dennoch – wie bei allem Neuen (vor allem, wenn man dabei Gefahr läuft, die neue Küche zu versauen!) hatte ich vor dem “ersten Mal” ganz schön Bammel.
Nachdem ich diese Hürde erst mal genommen hatte, verfiel ich allerdings einem Farbrausch! Wie gut, dass ich Urlaub hatte…


Das alles ist in den drei Wochen aus dem Färbetopf gestiegen.


Rosenknospen

 

Blutpflaume

Blauholz

Cochenille-Laus

Rotholz

Krapp 60%  & Kamille 20%  & Rotholz 10% & Sandelholz 10%

Anatto (=Orleanssaat)

Kamille 90% & Ringelblumenblüten 100% & Krapp 10%

 

Pflanzenfarben sind unglaublich ergiebig! Die Prozentangaben beziehen sich dabei auf die Menge der Wolle, die in einem Farbzug gefärbt wird. Am Beispiel für das Gelb heisst das: um einen Kammzug zu 100g zu färben benötige ich in diesem Fall 90g Kamillenblüten, 100g Ringelblumenblüten und 10% Krappwurzel. 

Allerdings ist damit der Sud (richtiger: die Färbeflotte)  noch lange nicht erschöpft. Wenn man den ersten “Gang” aus dem Topf holt, hat man noch genug Farbe in der Brühe, um noch weitere Wollstränge oder Kammzüge zu färben, wobei die Farbe dann jedesmal heller wird. Das sollte man auch nutzen, wäre ja schade drum!

Will man dagegen für einen Pulli sagen wir mal 1100g in ungefähr gleicher Farbe einfärben, muss man den Ansatz entsprechend vergrößern- und sich vor allem nach einem enstprechend großen Topf umsehen! Denn um genügend Wolle farblich gleich einzufärben, muss diese komplett gemeinsam gebeizt und gefärbt werden. Demenstprechend viel kann man dann auch anschließend in heller färben.

Ein tolles Buch zu diesem Thema ist dieses hiervon Dorothea Fischer: http://www.amazon.de/Naturfarben-auf-Wolle-Seide-giftige/dp/3833446919/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1340090362&sr=1-1 

 und dieses hier steht noch auf der Einkaufsliste http://www.amazon.de/F%C3%A4rberpflanzen-Anleitung-F%C3%A4rben-Verwendung-Medizin/dp/3510652584/ref=sr_1_sc_1?s=books&ie=UTF8&qid=1340090867&sr=1-1-spell

 

Dringend erforderlich hierbei ist das Tragen von Gummihandschuhe. Wer meint “ist doch nur pflanzlich”, der laufe mal ne Woche mit Kamillegelben Nagelbetten rum (und ich hatte nur die Wolle in klarem Wasser ausgewaschen). Eine tolle Hilfe ist auch eine Salatschleuder, da man hiermit die Wolle nicht so malträtiert wie per ausdrücken.

ich hab noch soviele Mawatas, ob ich die einfach mal einfärbe und dann verstricke? vielleicht als Sommerschal für mein Mütterlein…. na, mal schauen.