Neujahr in Japan

1. Januar: o-shougatsu, ganjitsu日本のお正月 (Neujahr)
Das Wort Shougatsu bedeutete ursprünglich Januar. Es ist der besinnliche Jahresausklang in Japan. Hierbei trifft man sich im Kreise der Familie, isst Toshikoshi-Soba (speziell für diesen Anlass hergestellte Sobanudeln die Glück bringen sollen), trinkt Sake und gedenkt dem vergangenen Jahr.
Es ist der wichtigste Feiertag in Japan, an dem die Japaner ihre Heimatstadt bzw. ihr Elternhaus besuchen. Für diese Zeit, in der die meisten Geschäfte und Restaurants geschlossen bleiben, wird ein Festessen vorbereitet, das in kunstvoll verzierten Holzkästen (Jubako Bento) aufbewahrt, und im Laufe dreier Feiertage verspeist wird (o sechi ryouri). Ein weiteres traditionelles Neujahrsessen sind o-mochi, Reiskuchen aus gestampftem Reis, und o-zouni (eine traditionelle Neujahrs-Gemüsesuppe mit o-mochi darin).
In Form vonkagami-mochi (2 mochi-Kugeln aufeinander)Quelle: Wikipedia sieht man mochi häufig als Neujahrsdekoration, gekrönt von einer mikan-Mandarine oder einer daidai-Orange. Dieses Kagami-Mochi wird im Hausschrein aufgestellt, als Opfer an die Götter, um für eine gute Ernte zu bitten.
Bis zum Silvesterabend wird am Arbeitsplatz und Zuhause aufgeräumt, das Haus wird sauber gemacht, letzte Einkäufe werden getätigt und Neujahrsgrüße (nengajou) verschickt.
Als Schmuck stellt man 門松 Kadomatsu
(Gestecke aus Kiefernzweigen, Bambusrohren und Pflaumenblüten) an die Seiten des Haus- oder Wohnungseingangs. Oft wird auch über der Eingangstür ein gedrehtes Strohseil dekoriert, um Glück zu bringen und böse Geister abzuwehren.

In den letzten 15 Minuten der Silvesternacht werden in Tempeln und einigen Schreinen die großen Joya no kane Glocken (die Silvesterglocke)geschlagen. Das joya-no-kane bezeichnet die mitternächtlichen 108 Glockenschläge der Tempelglocke, die in der Silvesternacht das alte Jahr verabschieden und die Ankunft des neuen Jahres laut verkünden. Die ersten 107 Glockenschläge werden vor Mitternacht geläutet und der 108. Glockenschlag bei Beginn des neuen Jahres.
Gemäß dem buddhistischen Glauben symbolisieren die Glockenschläge die 108 Begierden des Menschen. Mit dem Ausklang des letzten Glockenschlages sind diese Begierden vertrieben und man kann das neue Jahr mit reinem Geist beginnen.
Am Neujahrstag (ganjitsu) ist es üblich, einen Schrein oder Tempel aufzusuchen (hatsumoude, erster Besuch im neuen Jahr). Den Rest des Tages verbringen die meisten Japaner im Kreis der Familie. Die Kinder bekommen in einem Umschlag o-toshidama (ein Geldgeschenk) von Verwandten, Nachbarn oder Freunden überreicht. Beträge zwischen 5.000 und 10.000 Yen pro Umschlag sind üblich. Alle otoshidama zusammen summieren sich so für den Einzelnen auf mehrere 10.000 Yen.

Der 2. Januar ist die eine von 2 Gelegenheiten im Jahr, den japanischen Kaiser im Kaiserpalast in Person sehen zu können. Der Kaiser hält an diesem Tag von der Palastveranda aus eine kurze Neujahrsansprache.

Washi-Kreisel - danke an Amatou von http://blog.wagashi-net.de/ für das schöne Foto!


Es gibt auch traditionelle Neujahrspiele:
– はねつき (hanetsuki), gespielt mit Hagoita-Schägern. Diese sehen aus wie übergroße Raclette-Spatel und sind teilweise so aufwändig verziert, dass sie oft deswegen gesammelt werden. Das Spiel ähnelt dem Badminton und wird hauptsächlich von Mädchen gespielt.
– たこあげ (taniage), Drachen steigen lassen,
– Kreiseldrehen (hauptsächlich Jungs, man denke auch an Bey-Blade…)

– すごろこ (sugoroku), ein Spiel, dass dem Backgammon ähnelt und
– かるた (uta karuta), ein Kartenspiel für Kinder bei dem es darum geht, wer am schnellsten ist beim Erkennen von Gedichten aus der Sammlung Hyakunin isshu („Hundert Gedichte von hundert Dichtern“).

Neujahrsbräuche お正月のしゅうかん

Ein beliebter Brauch ist es, Neujahrskarten zu verschicken. Jeder versendet mehrere Dutzend Karten an Freunde, Verwandte und Kollegen. Diese Karten tragen besondere Markierungen, dass sie erst am 1.1. ausgeliefert werden sollen. Während der ersten sieben Tage des neuen Jahres leisten die Leute ihren ersten Schreinbesuch des Jahres, um für Glück und Gesundheit in der kommenden Zeit zu beten. Diese Zeit heisst はつもうで(hatsumoude).

Neujahrsgerichte お正月のりょうり

In der Neujahrswoche essen Japaner besondere Gerichte. Manche enthalten おせちりょうり(o-sechi-ryori) und おぞうに (o-zouni).
Oft wird zu dieser Zeit gemeinsam mit Angehörigen und Freunden gegessen, um das neue Jahr zu feiern. Die Zutaten für osechiryori haben symbolische Bedeutung und stehen für Glück und Reichtum.

(Bildquelle: Wikipedia)

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *