Es gibt nur einen Temari-Stich!

…mit dem alle Designs gestickt werden. In Deutschland gibt es einen ganz ähnlichen, den Hexenstich

Doch als erstes sollte man sich sein Material zurechtlegen,
also:
– Garne,
– Stecknadeln,
– Papierstreifen,
– markierten Mari,
– eine lange Sticknadel mit Spitze.

Bevor man den ersten Stich setzen kann, muss wieder markiert werden. Dazu kann man sowohl den Streifen vom Markieren des Balls wiederverwenden, oder man nimmt einen neuen zur Hand. Wichtig ist nur, dass die gesetzten Nadeln alle präzise den gleichen Abstand zum Pol einnehmen, sonst wird das Design schief.

Ein einfaches Design ist die Spindel.
Hierfür werden auf den Leitbahnen je eine Nadel am Südpol und am Nordpol positioniert, in einem Abstand von mindestens einem Viertel der Strecke von Pol zu Äquator.

Sind alle 16 Nadeln positioniert, wird das Garn aufgefädelt und so vernäht, dass der Faden links der Leitbahn oberhalb einer der Nadeln herauskommt. Nun wird der Faden nach rechts über Leitbahn und Nadel gelegt und abwärts zur Partnernadel auf der gleichen Leitbahn gezogen.
Ball drehen.
Der Faden kommt also jetzt von unten, er wird über die Stecknadel gelegt und rechts der Leitbahn eingestochen. Sticknadel unter der Leitbahn durchziehen und links der Leitbahn wieder herauskommen.

Den Faden nach rechts über die Leitbahn legen und zurück zur Startnadel gehen.

Das Ganze wird wiederholt, bis die entstehende Spindel die gewünschte Breite erreicht hat.

Diese Spindeln können nun vertical nebeneinander um den Äquator gesetzt werden. Sie können aber auch zu zweit oder dritt überkreuz gearbeitet werden, nacheinander oder parallel Reihe für Reihe.
Hier seht ihr oben links ein Beispiel für einfache Kreuzung, unten rechts eine Dreierkreuzung.

Dies hier war mein allererster Versuch in Sachen Temari. Da noch mit Sticktwist.

Ein weiteres einfaches Design, das hinterher aber sehr kompliziert aussieht, ist die Chrysantheme (japanisch: Kiku)

Hierfür werden auf allen Leitbahnen jeweils 4 Nadeln gesetzt, es reicht aber, wenn man zunächst eine der Hemisphären markiert. Die eine Nadelreihe sollte ca 1/4 des Abstandes Pol/Äquator vom Pol entfernt liegen, die andere ebensoweit vom Äquator.

Jetzt wird mit immer diagonal gearbeitet,

in einem zweiten Durchlauf wird genauso mit den offen gebliebenen Nadeln verfahren. Dabei wird über die erste Reihe her gestickt.

Zur besseren Übersicht habe ich hier für jede Doppelreihe eine andere Farbe verwendet.

ACHTUNG:
Bitte IMMER darauf achten, dass beim Reihenwechsel auch die Stecknadelreihe gewechselt wird, also immer die vorherige Reihe gekreuzt wird.

Bei den folgenden Reihen kann man bei der oberen Stecknadel entweder entlang des Fadens einstechen,

oder aber die Stiche fest an der Leitbahn halten.

Das ist sowohl eine Frage des persönlichen Geschmacks als auch der erwünschten Optik.
Wenn beide Hemisphären fertig sind, kann ein Obi (japanisch für Gürtel) bewickelt werden. Ich habe hier einen einfarbigen Obi gewickelt, doch er kann genausogut mehrfarbig gemacht werden. Bei einem einfarbigen Obi ist es einfach: man fädelt den Faden (ohne diesen vom Strang zu schneiden) auf die Nadel und vernäht das offene Ende so, dass der Faden dort herauskommt, wo die äußere Kante des Obi liegen soll. Dann wird sehr akkurat gewickelt, bis die Breite des Obi den eigenen Wünschen entspricht. Faden abschneiden und vernähen.

Damit der Obi sich nicht wieder abwickelt, wird er entweder mit dem Markiergarn oder einem passenden Farbgarn fixiert.

Das kann dann ganz schlicht ausfallen…

..oder etwas aufwändiger

Dies ist die Chrysantheme, etwas aufwändiger gearbeitet und mit 22 Leitbahnen markiert anstatt nur 8.
Hier wurde beim Sticken immer eine Leitbahn komplett übersprungen.

Das sind die grundsätzlichen Techniken, die man benötigt. Im Netz findet man unter Temari +Ball viele wundervolle Ideen und freie Muster. Diese sind zwar meist auf japanisch oder englisch, aber das ist nicht schlimm. Habt ihr die Grundzüge erst mal verstanden, dann reichen die beigefügten Bilder, um die Muster nacharbeiten zu können.

Auf der Seite von Barbara Suess, findet ihr eine Vielzahl toll erklärter Muster!

2 thoughts on “Es gibt nur einen Temari-Stich!

  1. So schön Deine Temari, wahnsinn! Die japanischen Muster, die ich so habe, sind leider überhaupt nicht Temari-geeignet.Meistens Blätter oder Chidori, und Wellen. Habe mir die Seite angeschaut und kann es jetzt ein wenig einschätzen…
    Zu Blog; Lydia, die verwendung von Tags wäre noch sehr wichtig, damit Du besser gefunden wirst.
    Sonst, hier die versprochenen Blogging Tipps:wie wird das eigene Blog bekannt, und mehr:
    http://www.basicthinking.de/blog/2005/10/23/wie-wird-das-eigene-blog-bekannt-update/
    Der beste Artikel von vielen.
    http://sw-guide.de/webdienste-blogging/wie-starte-ich-ein-blog-und-mache-dieses-bekannt/#3

    http://codex.wordpress.org/New_To_WordPress_-_Where_to_Start
    http://codex.wordpress.org/Pages#Creating_Your_Own_Page_Templates
    http://playground.ebiene.de/954/adminbereich-in-wordpress-schuetzen/

    Auch unbedingt nachlesen: http://creativecommons.org/licenses/by-nd/2.0/de/deed.de

  2. Pingback: washi-and-silk » Blog Archive » Temari

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