Wie man einen Yubinuki aufbaut

Yubinuki – japanische Fingerhüte


Auf der Suche nach schönen Seiten und Anleitungen zum Thema Temari stieß ich auf diese wunderbaren kleinen Kunstwerke.
Da in Japan auf ganz andere Art und Weise genäht und gestickt wird als in der westlichen Welt, sind die dort verwendeten Fingerhüte ringförmig, anstatt die ganze Fingerkuppe zu umschließen. Japanerinnen schieben die Nadel nicht mit der Fingerbeere durch den Stoff, sondern mit der Seite des ersten Fingergelenkes.

Hausfrauen haben ihren Fingerschutz wohl schon immer aus Stoff- und Fadenresten selbst gemacht.
Für Seidenkimonos muss das verwendete Material aber selbst aus Seide sein, alles grobere würde das Gewebe beim Daranentlangreiben aufrauhen.

Bei Ebay habe ich ein herrliches Buch gefunden (und sofort gekauft). Auch ohne japanisch-Kenntnisse kann man sowohl den Bau der Ringbasis als auch die nachher verwendeten Muster nachvollziehen.

Für diejenigen, die vorher erst einmal ausprobieren möchten, ob ihnen diese Feinarbeit überhaupt liegt, habe ich diese Anleitung zusammengestellt.

Die benötigten Materialien:
– ein sehr fein gewebter Stoff (als Schrägband geschnitten, 7,5 X 2,5 cm)
– eine Form, um den Ring darauf aufzubauen
– Papierstreifen 11mm breit und ca 40 cm lang(ich bevorzuge laminiertes, das macht den Ring anschließend formstabiler, dafür braucht der Streifen dann nicht so lang zu sein)
– Tesaband oder Scotch-Tape
– Papierstreifen in 9-10 mm Breite
– Wattierung (hierfür werden in Japan Seidenfasern verwendet, man kann aber auch statt dessen Tischdeckenvlies verwenden oder Nähgarngarn)
– Lineal
– Stickgarn (in Japan wird Seiden-Knopflochgarn von Fujix oder Kanagawa verwendet, zum Testen reicht Maschinenstickgarn, dass man doppelt legt)
– Nadeln, die zum Garn passen, je feiner, desto besser

Zuerst die Form:
da kann man rumprobieren, was zum eigenen Finger passt. Oft werden Lippenpflegestifte verwendet. Sollte das nicht passen, kann man sich etwas passendes selbst drehen (gelobt sei das Laminiergerät!).


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Den Stoff an einer schmalen Seite nach links umschlagen und die Falte mit dem Fingernagel ausstreifen.

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Dann den Stoffstreifen mit der rechten Seite zur Form um diese gelegt. Die Falz liegt dabei unten.
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Den überstehenden Stoff auf etwa 1 cm zurückschneiden und dann mit einem kleinem Streifen Klebeband fixieren.


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Den laminierten Papierstreifen mittig darum wickeln und ebenfalls mit Klebeband fixieren
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Den Stoff mit einer Nadel oder einem Zahnstocher um den Papierstreifen schlagen
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Mit Hexenstich zunähen; da, wo sich die Stoffenden überlappen die untere Stofflage eventuell zurück schneiden, um eine Wulst an der Naht zu vermeiden.
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mit einem Papierstreifen den genauen Umfang ermitteln. Der hierfür verwendete Streifen sollte an jeder Seite einen Millimeter Platz zum Rand lassen. Es sollte auch ein halber Centimeter Papier übrig bleiben, um ihn später besser auf dem Ring fixieren zu können. Millimeterpapier ist nicht zwingend nötig, hilft aber am Anfang bei der genauen Einteilung
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Für das hier gezeigte Muster den Streifen so markieren, dass sieben gleiche Teile entstehen. Dann den Streifen um den Ring legen und mit Klebeband schließen.
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Den Papierstreifen mit einem oder zwei Stichen auf dem Ring fixieren, sodass er nicht mehr verrutschen kann. Dann mit der Wattierung umwickeln und auch diese schließen. Es ist gerade am Anfang etwas einfacher, wenn man die Markierung mit feinem Garn über der Wattierung wiederholt. Dabei ist es wichtig, PRÄZISE zu arbeiten!

Die Nadel wird am inneren Rand eingestochen, und dann direkt oberhalb des Papierstreifens vertikal unter dem Einstich wieder ausgestochen. Kommt der Faden von links nach rechts, legt man den austretenden Faden von links über den eintretenden. Das Ergebnis sollte dann einem Y gleichen.

Hier geht der Faden von rechts nach links

so sehen die Stick-Anleitungen üblicherweise aus:

etwas verwirrend? Nein, halb so wild, es baut sich wie folgt auf:

Dieses Muster arbeitet mit 4 Fäden in zwei Farben (bei mir 1 und 2 in grün, 3 und 4 in orange), wobei Faden 1 und 3 von rechts nach links und Faden 2 und 4 von links nach rechts gestickt werden.

In der Startreihe wird immer jeweils links der Markierung gestochen
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Da die Markierung ein 7er ist, kommt man nach der ersten Runde nicht am Startpunkt an, sondern an der gegenüberliegenden Seite.

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Erst nach einer zweiten Runde kommt man zurück an den Ausgangspunkt. Diese Nadel ruht nun fürs erste.
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Die zweite Reihe startet von der gleichen Markierung aus und mit der gleichen Garnfarbe. Hier wird immer direkt rechts der Markierung gestochen. Die Stickrichtung ist nun von links nach rechts. Auch hier ruht die Nadel, sobald man den Ausgangspunkt wieder erreicht.

So sieht nun die Anleitung aus.

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Um nun die zweite Farbe ins Spiel zu bringen, markiert man die Mitte zwischen den ersten Markierungen, zum Beispiel indem man eine Nadel dort einsticht. Beim Sticken hält man sich in Reihe 3 nun wieder links der neuen Markierung und stickt von rechts nach links.

Reihe 4 wechselt wieder die Richtung

Nach der vierten Reihe geht man zurück zur ersten Nadel.
Je nach Stärke des verwendeten Garnes macht man dies 4 bis 5 mal.
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SO sieht dann das Ergebnis aus.

Wie man sieht, ist das Muster bei diesem Garn…..sagen wir mal: suboptimal. Mit der richtigen Sorte Garn (ich selbst habe Fujix) sieht es um einiges besser aus

wirklich zufrieden bin ich mit dem Ergebnis noch nicht, aber mit mehr Übung bekomm ich das wohl noch hin…

6. August: Heiwa Matsuri

Hiroshima – Friedensfest

Das Friedensfest erinnert an die Opfer der ersten Atombombe, die am 6. August 1945 um 8:15 Uhr auf die Stadt abgeworfen wurde. Im Friedenspark (heiwa koen) werden Friedenslieder gesungen, Gebete gesprochen und erleuchtete Papierlaternen auf dem Ota-Fluß ausgesetzt, die Richtung Meer treiben.

17. Juli: Gion Matsuri

Das jährliche Fest von Gion (ein Stadtteil von Kyoto) gehört zu den berühmtesten Feiern von ganz Japan. Es findet über den gesamten Juli hinweg statt und gipfelt in der herrlichen Parade ‘Yama-boko Junkou’ am 17. Juli.

Es begann im 9. Jahrhundert in Kyoto, was bis 1868 Sitz des Kaisers und somit Hauptstadt war im Yasaka-Schrein.

Im 9. Jahrhundert wütete eine schlimme Seuche in Kyoutou, der viele Einwohner zum Opfer fielen. Man glaubte, dass hinter der Katastrophe die rachsüchtigen Seelen gestürzter und hingerichteter Politiker stünden. Um die Geister zu besänftigen, erkannte man ihnen den Status von Gottheiten zu. Die Maßnahme griff natürlich nicht, und die Seuche wütete weiter.
So kam man auf die Idee, einen speziellen Gott auf besondere Weise anzubeten und um Beistand zu bitten. Bei diesem Gott handelte es sich um „Susano o no Mikoto“.
Susano o no Mikoto wurde wegen eines Verbrechens aus dem Himmel verbannt, aber er besserte sich, versuchte sein Schicksal zu überwinden erlangte als der erste shintoistische Gott die Erleuchtung. Dieser Gott wird immer noch überall in Japan unter dem Namen „Gion-Gott“ angebetet.
Im Jahr 869, am 7. Juni versammelten sich viele Menschen im großen Garten, wo normalerweise die Priester um Regen beteten, und beteten zum Gott Susano o no Mikoto um das Ende der Katastrophe.
Man stellte 66 Hellebarden auf, deren Anzahl der Anzahl der damaligen Provinzen entsprach, und der Gott, Susano o no mikoto, wurde aus dem Yasaka-Schrein mit einer Sänfte zum Ort des Gebets transportiert.
Die genaue Entwicklung dieses Festes vor dem Jahr 970 ist unklar. Nach dem Register des Yasaka-Schreins, wird das Fest seit 970 regelmäßig mit Ausnahme von Unterbrechungen aufgrund von Kriegen gefeiert. Das Fest hat somit eine über 1000-jährige Geschichte.
Im Jahr 999 machten ein paar Straßenkünstler die Hellebarden nach und marschierten damit hinter dem Festzug her. Jahr für Jahr nahmen immer mehr Menschen mit selbst gebastelten Hellebarden an dem Festzug teil.
Im Lauf der Zeit wurden die Hellebarden auf Karren befestigt, um den Transport der Hellbarden beim Festzug zu erleichtern. Das ist das Charakteristikum des Gion-Festes. In der Muromachi-Zeit (1334-1573) nahm die Anzahl der Karren zu; auch wurden sie immer prächtiger. Während der Edo-Zeit (1603-1867) verschwand langsam die religiöse Bedeutung des Festes und das Fest wurde nicht mehr staatlich, sondern von den Bürgern veranstaltet.

(Bildquelle: Wikipedia)

7. Juli: Tanabata matsuri (Sternenfest)

Am Fest der Sterne treffen sich am Himmel zwei Sterne (Altair und Vega), die normalerweise durch die Milchstrasse voneinander getrennt sind. Den Ursprung findet dieses Fest in der Vereinigung eines Weberfestes und einem chinesischem Sternenfest namens Kikkouten. Zum ersten Mal wurde dieses Fest am Ende des 7. Jahrhunderts gefeiert.

Die gängigste Variante der Geschichte lautet: Orihime, die Tochter des Himmelsgottes, war eine fleißige Weberin. Um ihr Abwechslung von der Arbeit zu geben, wurde sie von ihrem Vater mit dem Rinderhirten Hikoboshiverheiratet. Sie waren so verliebt, dass beide darüber ihre Arbeit vergaßen – die Rinder wurden krank und der Himmelsgott bekam keine neuen Kleider mehr. Darüber war er so erbost, dass er Hikoboshi auf die andere Seite des großen Flusses (die Milchstraße) verbannte. Weil sie aber vor Kummer immer noch nicht arbeiten konnten, dürfen sie sich einmal im Jahr treffen – an Tanabata. Hoffentlich regnet es an diesem Tag nicht, sonst ist der Fluss zu breit und zu tief und kann nicht überquert werden.
An diesem Tag bittet man den Himmel um Geschicklichkeit in Handarbeiten für Mädchen und in der Kalligraphie für Jungs.

Tanabata hat aber auch einen romantischen Hintergrund: So wird dieser Tag als beliebter Anlass benutzt, um sich zu verabreden. Die Stadt Sendai in der Tohokuregion ist besonders berühmt für ihr Tanabata Festival. In der Nacht vom 7. Juli stellt man kleine Bambusbäume in den Garten. Man schreibt Wünsche auf farbige Papierstreifen und hängt diese an die Zweige, die auch mit anderem farbenfrohem Zierat dekoriert werden.

Astronomischer Hintergrund
Wega (Orihime) und Altair (Hikoboshi) sind Sterne in unserer Galaxie der Milchstraße. Daneben markiert Deneb eine dunkle „Brücke“ über die Milchstraße, wo diese durch den Nördlichen Kohlensack verdeckt wird. Die drei hellen Sterne bilden das Sommerdreieck. Das Sommerdreieck erreicht seinen höchsten Stand am Himmel im August, was mit dem ursprünglichen Datum des Festes übereinstimmt.

Bekannte Feste
Insbesondere die japanische Stadt Sendai ist für ihr farbenfrohes Tanabata-Fest bekannt. In Sendai wird das Tanabata-Fest aber einen Monat später gefeiert. Auftakt zu den Feierlichkeiten, die vom 6. bis zum 8. August andauern, bildet bereits am Vorabend, also am 5. August ein sehr großes japanisches Feuerwerk (Hanabi), welches über dem Park Nishi-kouen zu sehen ist.
Bekannt für ihr farbenfrohes Tanabata-Fest ist auch die japanische Stadt Hiratsuka.

(Bildquelle: Wikipedia)

5. Mai: kodomo no hi

(ursprünglich „tango no sekku“, Tag der Kinder)
Kodomo no Hi ist ein japanischer Feiertag der am 5. Mai, während der Golden Week, stattfindet. Es ist ein Tag an dem die Persönlichkeit der Kinder respektiert und ihre Freude gefeiert werden soll.

Ursprung

Ursprünglich wurde dieser Tag Tango no Sekku genannt und war vermutlich das chinesische Drachenbootfest. Sekku bezeichnet ein Jahreszeitfest (heute gibt es 5 pro Jahr). Dieses sollte den Beginn des Sommers bzw. der Regenzeit kennzeichnen. Tango hat eine doppelte Bedeutung: Tan bedeutet „Kante“ oder „Anfang“ und go „Mittag“. Im Japanischen heißt go auch Fünf was sich auf das Datum des Festes – der fünfte Tag des fünften Monats – beziehen könnte. Von Alters her war der fünfte Monat des chinesischen Kalenders der Monat der Reinigung, und viele Riten um böse Geister abzuwehren wurden in diesem Monat vollzogen.
Obwohl das genaue Anfangsdatum, ab wann dieser Tag gefeiert wurde, nicht bekannt ist, war dies vermutlich während der Regierungszeit der Tennou Suiko (592–628). Während der Nara-Zeit wurde in Japan der Tango no Sekku auf den fünften Tag des fünften Monats gelegt.

Bis vor kurzem war der Tango no Sekku als „Knabenfest“ bekannt, während das Hina-Matsuri („Mädchenfest“) am 3. März gefeiert wurde. 1948 bestimmte die Regierung den 5. Mai als nationalen Feiertag, um die Freude alle Kinder zu feiern und Dankbarkeit gegenüber den Müttern auszudrücken. Daraufhin wurde er in Kodomo no Hi umbenannt. Von einigen wird kritisiert, dass er trotz der Umbenennung immer noch das Knabenfest ist und im Gegensatz zum Mädchenfest ein Feiertag.

Bräuche

An diesem Tag hissen die Familien die Koi-Nobori („Karpfenfahne“): eine große, schwarze für den Vater, eine rote für die Mutter, je eine blaue für jeden Jungen. Für die Töchter hängt man traditionell keine Karpfen-Fahnen auf. Die im Wind ähnlich einer Wetterfahne drehbar angebrachten Karpfen zollen auch vom Wunsch nach Stärke des Jungen, der wie der Karpfen gegen den Strom schwimmen muss. Außerdem werden eine Puppe von Kintarou auf einem großen Karpfen reitend und der traditionelle japanische Militärhelm Kabuto zur Schau gestellt. Kintarou ist der Kindheitsname von Sakata no Kintoki, einem Helden der Heian-Zeit und Untergebenen von Minamoto no Raikou, der als Kind berühmt für seine Stärke war. Samuraipuppen werden innerhalb des Hauses aufgestellt. Karpfen und Samurai symbolisieren Kraft und Erfolg im Leben.

Traditionell wird an diesem Tag Kashiwa-Mochi (Mochi in Eichenblättern), und Chimaki (Mochi in Bambusblättern) gegessen. Die beiden Bäume symbolisieren ebenfalls Stärke und Erfolg.

(Bildquelle: Wikipedia)

29. April bis 5. Mai ougon-shuukan (Goldene Woche)

In der Zeit zwischen dem 29. April und dem 5. Mai liegen mehrere Feiertage, wodurch die goldene Woche neben den Neujahrsferien und den Sommerferien zu einer der wichtigsten Ferienzeiten Japans wurde. Wer in der goldenen Woche nach / in Japan reist, muss mit vielen japanischen Reisenden rechnen (auch im Flugverkehr von / nach Japan), ebenso wie mit mehrfach erhöhten Hotelpreisen.
Die Golden Week ist eine Ansammlung von mehreren nationalen Feiertagen innerhalb von sieben Tagen. Kombiniert mit gut platzierten Wochenenden, wird die Golden Week eine der längsten Ferienperioden des japanischen Jahres. Viele Firmen geben zusätzliche Tage frei, um die Golden Week zu durchgehenden Ferien zu erweitern.

Die Golden Week sind die längsten Ferien neben den Neujahres- und Sommerferien. Viele Japaner verreisen daher während diesen Tagen, was die Golden Week zu einer der verkehrsstärksten Zeiten des Jahres macht. Alle Verkehrswege, Unterkünfte und touristischen Attraktionen sind überfüllt

29. April: midori no hi (Grüner Tag)

Ursprünglich wurde am 29.April der Geburtstag des Shôwa-Kaisers (Hirohito) gefeiert. Nachdem dieser 1989 verstarb, benannte man den Tag von tennô-tanjôbi kurzerhand in midori-no-hi um, und gedenkt auf diese Weise der Natur und Umwelt, denen sich Kaiser Hirohito zu Lebzeiten sehr verbunden fühlte.
Der 29.April ist der Geburtstag des ehemaligen Kaisers Showa, der 1989 starb. Nach seinem Tod wurde dieser Tag in einen nationalen Feiertag für die Natur und Umwelt umgewandelt, da der Kaiser sich sehr um die Umwelt sorgte und die Natur liebte.

21. März: shunbun no hi (Frühlingsbeginn, Tag-und-Nachtgleiche im Frühling)

Der Frühlingsanfang fällt zeitlich ungefähr zusammen mit der Kirschblüte, was in Japan ein wichtiges Ereignis ist und tagelang in den Medien besprochen wird. Der Frühlingsanfang selbst ist kein Grund zum Feiern, aber sobald, je nach Witterung mal früher, mal später, die japanischen Kirschbäume in den Parks blühen, ist die Hanami-Saison eröffnet. Für die Dauer der Blüte (die bei dieser Baumart nur wenige Tage dauert) trifft man sich mit Freunden und Kollegen abends unter den Bäumen, macht Picknick mit viel Sake und Sushi und manchmal auch der Karaoke-Maschine. Die Kirschblütenzeit wandert dabei innerhalb einiger Wochen von Süden nach Norden über Japan hinweg.

Man besucht die Grabstätten der Vorfahren, reinigt sie und stellt frische Blumen auf.
Hanami ist ein nationales Fest in Japan. Es ist in Japan üblich das Ende des kalten Winters willkommen zu heißen und die Kirschblüten signalisieren die Ankunft des Frühlings. Dir Farbe der Blütenblätter entspricht den japanischen Vorstellungen von Reinheit und Einfachheit. Die Menschen fühlen sich berührt durch die Blüten, weil diese so zart und kurzlebig sind.
Die Japaner feiern Hanami mit Parties und Picknicks unter den Bäumen meistens in Parks oder bei Schreinen und Tempeln. Es gibt in Japan eine Vielzahl von Orten, insbesondere etwas ländlich gelegene, die ganze Kirschbaumwälder oder Straßenzüge, die an beiden Seiten von Kirschbäumen gesäumt werden, besitzen. Diese sind dann zum Hanami Hauptziel der Feiernden.
Es spricht natürlich nichts dagegen, Hanami gleich mehrfach zu feiern: Mit der Familie, mit Freunden, mit Arbeitskollegen, mit den anderen Leuten, die grad unterm Baum sitzen. Die Parks sind dann immer sehr überfüllt und daher ist es eine große Herausforderung, einen guten Platz zu finden.

(Bildquelle: Wikipedia)

14. März: howaito dee (White Day, weißer Tag)

Dieser “Feiertag” wurde von den Japanern erfunden. Am Weissen Tag erwidern die Männer das Valentinsgeschenk der Frauen doppelt mit weißer Schokolade. Doch nicht selten werden stattdessen Unterhöschen verschenkt, weswegen man auch vom “Schlüpfer-Tag” (knickers giving day) redet.

Ähnlich wie der Valentine´s Day wurde auch der White Day von der Süßwarenindustrie eingeführt. Um genau zu sein von einem Marshmallow-Produzenten im Jahre 1965. Doch sehr bald schon wurden auch weiße Nelken, Schokolade und Konfekt als Geschenk populär.

Mich erinnert das Ganze ein wenig an unseren rheinischen Karneval. Viele schimpfen zwar, es sei nur eine einzige große Konsumschlacht.
Aber EIGENTLICH ist es doch so, dass die Leute einfach dankbar sind, wenn man ihnen einen Grund zum Feiern gibt (=^_^=).

3. März : Hina Matsuri

Hina Matsuri (Puppenfest, Mädchenfest, Fest der Pfirsichblüte)

Zierliche, kunstvoll gefertigte und im Heian-Stil gekleidete Puppen (Hina-Ningyou), die das Kaiserpaar und seinen Hofstaat darstellen, werden für etwa 1 Woche vor dem 3. März auf einem mehrstufigen, mit rotem Stoff verkleideten Podest (Hina-Dan, Hi-Mousen) im besten Zimmer des Hauses aufgestellt. Auch wird das Haus mit Pfirsichblüten geschmückt. Die Familien wünschen den unverheirateten Mädchen auf diese Weise einen glücklichen Lebensverlauf.

Jede traditionell orientierte japanische Familie mit einer Tochter hat einen Satz Puppen.
Eine Legende über das Hina-Matsuri besagt, dass das Mädchen einer Familie, das vergisst, alle Puppen vor der Nacht zum 4. März wegzuräumen, in diesem Jahr nicht heiraten wird.

Ursprung

Das Puppenfestival hat seine Ursprünge in einem chinesischen Brauch, nach dem das unglückliche Schicksal eines Mädchens auf eine Puppe übertragen wird und diese Puppe auf einem Fluss ausgesetzt wird.
Während der Edo-Zeit kam dieser Brauch auch in Japan auf. Beim Hinanagashi (Puppen treiben lassen) ließ man Papierpuppen in einem Boot einen Fluss hinunter ins Meer treiben, die die bösen Geister mitnehmen sollten.


(Bildquelle: Wikipedia)

Bräuche

Das für Hina-Matsuri übliche Getränk ist Amazake, eine süße, alkoholfreie Sake-Vorstufe aus fermentiertem Vollkornreis. Gegessen werden traditionell gefärbte Arare, bissengroße Kekse, die mit Sojasoße gewürzt werden, sowie hishi-mochi, chirashizushi und Ushiojiru,eine klare Venusmuschelsuppe.

Ordnung der Puppen


(Bildquelle: Wikipedia)

7-reihiges Hina-Puppenset

Ein vollständiger Puppensatz umfasst 15 Puppen: den Kaiser und die Kaiserin, 3 Hofdamen, 5 Hofmusikanten, 2 Minister und 3 Kammerherren. Neben und zwischen den Puppen finden sich u.a. noch Miniaturgegenstände wie ein mit Goldpapier bespannter Wandschirm (hinter dem Kaiserpaar), Papierlaternchen, Tabletts mit Reiskuchen, Holzgefäße mit Süßigkeiten und Pfirsichblütenzweige (echt oder unecht).

O-Dairi-sama und O-Hina-sama
Die Kaiserpuppe heißt O-Dairi-sama und die Kaiserin O-Hina-sama (Dairi bedeutet „Kaiserlicher Palast“, Hina bedeutet “Puppe”). Oft werden diese zwei Puppen auch in Miniaturhäuser gestellt.

Sannin Kanjo
Auf der zweitobersten Ebene stehen gewöhnlich drei Puppen (sannin kanjo). Es sind Hofdamen, die dem Kaiser und der Kaiserin dienen, z. B. hält eine der Damen einen Sake-Behälter in ihren Händen.

Gonin Bayashi
Auf der dritten Stufe befinden sich fünf Musiker mit Musikinstrumenten (gonin bayashi).

Udajin und Sadaijin
Zwei Minister (daijin) werden auf der vierten Plattform aufgestellt. Der Minister zur Rechten (Udaijin)und der Minister zur Linken (Sadaijin). Der Minister zur Rechten wird meist als jüngerer Mann dargestellt, während der Minister zur Linken um einiges älter ist. Entsprechend ihrer Funktion werden sie auf der rechten und der linken Seite (aus Sicht der Puppen) der vierten Plattform platziert. Beide werden oft mit Pfeil und Bogen dargestellt. Zwischen den beiden Figuren stehen Tischchen mit abgedeckten Schalen (kakebanzen oder auch o-zen), sowie rautenförmige Hishi Mochi auf speziellen rautenförmigen Ständerchen, den Hishidai. Manchmal haben diese Hishidai katzenartige Beine, dann heißen sie nekoashigata hishidai.

Fünfte Plattform
Unterhalb der Minister, leicht versetzt zu diesen, stehen rechts ein Mandarinenbäumchen und links ein Kirschbäumchen. Dazwischen sitzen drei Samurai als Beschützer des Kaiserpaares. Von links nach rechts (vom Betrachter gesehen):
– Nakijougo (der weinerliche Trinker)
– Okorijougo (der streitsüchtige Trinker)
– Waraijougo (der fröhliche Trinker)

Sechste Plattform
Dies sind Gegenstände,die in einem Palast verwendet werden.
• Tansu: Kommode mit üblicherweise 5 Schubladen, manchmal mit Türverblende
• nagamochi : Hoher Schrank für Kimonos
• hasamibako: kleinerer Kleiderschrank, der auf dem Nagamochi steht
• kyōdai: eine kleine Spiegelkommode
• haribako: ein Nähkästchen
• zwei hibachi: Kohlebecken
• daisu: ein Set Tee-Utensilien

Siebte Plattform
Hier stehen Gegenstände, die bei Anlässen außerhalb des Palastes verwendet werden.
• jubako Lackschachteln, die mit einer Kordel vertical zusammengschnürt werden
oder in einer dazugehörenden Halterung stehen.
• gokago eine Sänfte
• goshoguruma eine von Ochsen gezogene Kutsche, die von der Aristokratie der
Heian bevorzugt wurde (gisha or gyuusha)

Wertvolle Hina-Ningyou werden von Generation zu Generation weitergegeben. Die Anschaffung solcher Puppen mitsamt Zubehör kann sehr teuer werden, zumal manche hina-dan eine stattliche Größe erreichen. Aber glücklicherweise gibt es heutzutage zahlreiche Variationen für den kleineren Geldbeutel, vom winzigen Papierkästchen mit einem herausziehbaren 3-Stufen hina-dan über Plastiknachbildungen bis hin zur Origami-Version.